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Wir zeigen Euch hier verschiedene Lost Places aus verschiedenen Kategorien der Lost Place Guide App.

Es handelt sich um einen kleinen Auszug aus unserer Datenbank & natürlich nicht um alle vorhanden Lost Places. Akteull umfasst die Lost Place Guide App eine Datenbank um 788 geprüfte Locations.

Die Kategorie "Nationalsozialismus"

Hitler-Felsen nennen ihn die Rennertshofener noch heute: In der Spalte eines oberbayerischen Berges versteckt sich ein gut erhaltenes Relief des Diktators. Die Dorfbewohner sehen die Sache gelassen: Wer den in Stein Gemeißelten sehen will, muss gut in Form sein.

Das verlassene Flugzeug - Restaurant

Ein unglaublich sehenswerter Ort !

Die U - Verlagerung Schwalbe 1

Geschichte

Die Region Südwestfalen eignete sich aufgrund ihrer Topografie besonders für die Errichtung von unterirdischen Werken und Betriebsanlagen. Gleichzeitig ermöglichten die Anbindung an das Eisenbahnnetz, ein gut ausgebautes Straßensystem und die Nähe des Ruhrgebiets günstige Voraussetzungen für eine projektierte Produktionsaufnahme. In der Umgebung von Hagen waren 1943/44 mehrere Örtlichkeiten mit Decknamen versehen und für Verlagerungen vorgesehen worden. Allerdings kam es nur vereinzelt zu Bauaktivitäten bei den auserwählten Standorten.

Im Vorfeld wurde der Standort sorgfältig von Geologen und Sachverständigen der Organisation Todt, die auch im Verlauf des Ausbaus die Oberbauleitung und Aufsicht über das Vorantreiben des Stollensystems behielt, auserwählt. Bauherr war die Union Rheinische Braunkohlen Kraftstoff AG in Wesseling, die in der Stollenanlage ein Hydrierwerk zur Treibstoffherstellung und ein Dehydrierwerk zur Herstellung von Kerosin errichten ließ. Es sollten monatlich 30.000 Tonnen Treibstoff für Düsenjäger produziert werden.

Die Rohstoffe, besonders verflüssigte Kohle bzw. Stein- und Braunkohlenteer, Wasser und Energie, sollten bei der für Sommer 1945 geplanten Produktionsaufnahme über Rohrleitungen aus dem Ruhrtal bzw. Ruhrgebiet herangeführt werden.

Die Bauleitung lag bei der Organisation Todt. Die Adresse lautete Organisation Todt Einsatzgruppe Rhein-Ruhr, später wurde sie zur Einsatzgruppe Hansa – Oberbauleitung Schwalbe. Insgesamt waren 25 Firmen an den Arbeiten beteiligt. Die technische Leitung hatte Der Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion – Arbeitsstab Geilenberg – Einsatzbeauftragter Schwalbe 1.

Der zehnmonatige Stollenvortrieb und Ausbau erfolgte durch umfangreichen Einsatz von 10.000 Zwangsarbeitern und Häftlingen im Schichtbetrieb. Die Gestapo Dortmund gab im Spätsommer 1944 die Kontrolle über das Arbeitserziehungslager Hunswinkel bei Lüdenscheid auf, um im Hönnetal ein neues Häftlingslager einzurichten. Zwischen Balve und Fröndenberg wurden ca. 20 Lager für Zwangsarbeiter, Kriegs- und Strafgefangene errichtet. Anfangs wurden hauptsächlich Wehrmachtsstrafgefangene eingesetzt. Die genauen Einzelheiten dieser Lager sind bis heute nicht bekannt. Die Menschen kamen aus dem ganzen Herrschaftsgebiet des Deutschen Reiches. Dazu kamen deutsche Fachleute, darunter Bergleute aus dem Ruhrgebiet und von der Saar. Ende März 1945 mussten ca. 850 Gefangene einen Fußmarsch Richtung Norden antreten. Dieser endete im Zuchthaus Werl, wo die Gefangenen von der US Army befreit wurden. Dadurch konnte ein Todesmarsch wie aus anderen Lagern der Nazis verhindert werden. (→ Todesmärsche von KZ-Häftlingen) Am 14. April 1945 wurden die etwa 450 nicht marschfähigen Häftlinge befreit.

Zahlreiche Tote aus westeuropäischen Ländern wurden auf dem Friedhof Lendringsen begraben, von denen viele nach dem Krieg in ihre Heimat überführt wurden. Auf dem Friedhof Lendringsen gibt es ein Denkmal für die Opfer. Auf dem Denkmal sind 132 Namen, darunter 41 Deutsche, aufgeführt.

Trotz der Baudimension und damit verbundener Logistik blieb das Projekt lange Zeit unbemerkt. Zur Verteidigung der Großbaustelle lagen mehrere strategische Abwehrmaßnahmen vor. Unter anderem wurde das Projekt ringsherum von Flakbatterien verteidigt. Zu größeren Luftangriffen scheint es nicht gekommen zu sein.

Es wurden ca. 600.000 Tonnen Gestein aus dem Fels geholt. Bis zum Kriegsende war eine Wasserleitung mit dem Stahlrohrdurchmesser von einem Meter vom Westicker Wehr an der Ruhr zur Anlage in Abschnitten fertiggestellt, zumeist verlegt, aber noch nicht verschweißt. Auch ein Tunnel durch den Mendener Rodenberg war dazu gebaut worden. Das Wasser sollte hauptsächlich zur Kühlung des Hydrierwerks dienen. Es wurde von der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk AG eine zusätzliche 100 kV Hochspannungsleitung von Menden-Ohl nach Lendringsen gebaut und eine weitere Leitung sollte später von Hemer über Deilinghofen ins Hönnetal führen. Die Leistungsfähigkeit der Hönnetalbahn von Fröndenberg ins Hönnetal war für den Transport der Steinkohle verstärkt worden, da das geplante Hydrierwerk für die Gewinnung einer Tonne Treibstoff fünf Tonnen Kohle brauchte. Nur die Eisenbahnbrücke über die Ruhr, bei der Möhnekatastrophe im Mai 1943 weggerissen, blieb als einspuriger Engpass erhalten. Die Aushöhlungsarbeiten an den 20 Stollen und deren Verbindungsstollen waren zu Kriegsende nahezu abgeschlossen. Es gab ferner Planungen, eine Rohrleitung aus dem Raum Hamm-Unna ins Hönnetal zu bauen, um durch diese Leitung verflüssigte Kohle in das Hydrierwerk zu leiten.

Die Tunnel wurden, anders als Anfangs geplant, nicht gesprengt. Heute befindet sich in dem Steinbruch ein Übungsgelände der Polizei für Spezialeinsatzkommandos (SEK).

Im August 2019 wurde über regen illegalen Besucherverkehr, trotz Zaunabsperrung, in den einsturzgefährdeten Stollen berichtet. Die Eigentümerin, die Firma Rheinkalk, warnte vor Lebensgefahr in den Stollen und sprach von Hausfriedensbruch.

U-Bahnhof

Bunker in Kassel

Kassel. Er liegt im Herzen der Stadt, bietet 3000 Menschen Platz und fast jeder Kasseler ist schon einmal über ihn gelaufen. Nur gesehen hat ihn kaum jemand: Den stillgelegten Atom-Bunker unter dem Vorplatz des Hauptbahnhofs.

70 Jahre nach seinem Bau und 45 Jahre nach dem Umbau stellen wir ihn vor. Seine Geschichte ist wechselhaft: Nach einem kurzen Einsatz im Zweiten Weltkrieg war der Bunker als Zufluchtsort für den Fall eines Atomschlags der Ostmächte gedacht. Es blieb friedlich und so diente er anderen Zwecken: Nach dem Mauerfall nutzten ihn mehr als 16.000 DDR-Bürger als Verpflegungs- und Übernachtungsstelle.

Gebaut wurde die Anlage im Zweiten Weltkrieg. 1943 nahm die Deutsche Reichsbahn den Bunker in Betrieb, in den sich Reisende bei einem Bombenangriff retteten. Schon ein Jahr später wurde das Bauwerk durch eine Bombe stark beschädigt.

Als 1969 die inzwischen stillgelegte Unterführung für die Straßenbahn gebaut wurde, investierte der Bund 3,8 Mio. DM in den Ausbau des angrenzenden Bunkers – der Ost-West-Konflikt war gegenwärtig. Beim Umbau, der bis 1973 dauerte, wurde das Bauwerk auf 3000 Quadratmeter ausgebaut, die sich auf zwei Stockwerke verteilen. Im Notfall fänden dort 3000 Menschen Platz, aber schon im Zweiten Weltkrieg waren es oft mehr als 4000. Es war Kassels einziger Bunker, der vor Strahlen schützen sollte und für mehrwöchige Aufenthalte ausgelegt war.

56 Personen, darunter Krankenschwestern, Köche, Mechaniker, Bunkerordner und Schleusenwärter, gehörten zur Besatzung. Die Schleusenwärter waren für die Zählung der Flüchtenden an den fünf Eingängen verantwortlich. Ist die Kapazität erreicht ist, wird der Bunker geschlossen, dessen Haupteingang auf dem Bahnhofsvorplatz unter Metallklappen verborgen ist.

Hinter den zwei Meter dicken Außenwänden stehen in Gängen und Schlafräumen fast 2000 Liegen, der Rest sind Sitzplätze. Auf vielen der Schlafplätze liegt noch heute ein Notpaket im Lederbeutel. In diesem befindet sich eine Rolle Klopapier, ein Teller, eine Tasse, ein Geschirrtuch und ein Kissen. Zwei Küchen dienen für die Versorgung.

Viele Beruhigungstabletten

Hinter weiteren Türen befinden sich Wasch- und Sanitätsräume. In den Medizinschränken liegen seit Jahrzehnten unangetastet Medikamente und Sanitätsmaterial: Darunter über 1000 Beruhigungstabletten und „Wochenbettpackungen für Normalgeburt“. Nebenan, im Büro des Bunkerwarts, sieht es aus wie im Technik-Museum.

Im Maschinenraum strotzt ein 590-PS-Schiffsdieselmotor. Dessen 50.000-Liter-Tank sollte im Kriegsfall für sechs Wochen eine unabhängige Stromversorgung sicherstellen. Zudem gibt es einen Wasserbehälter mit 40 Kubikmetern (45 Badewannen) Fassungsvermögen und zwei angeschlossene Tiefbrunnen. Eine Frischluftanlage reinigt die Luft und kühlt die Temperatur im Bunker herunter, die durch Menschenmassen steigt. Um ein Eindringen von Schadstoffen zu verhindern, herrscht im Einsatzfall ein Bar Überdruck.

Weil die Elektrik aus den 60er-Jahren stammt und viel Feuchtigkeit in den Bunker eindrang, ist er im jetzigen Zustand nicht nutzbar.

Keine Führung - Gesundheitsgefahr

Im Bunker unter dem Hauptbahnhof werden keine öffentlichen Führungen von der Kasseler Feuerwehr angeboten. Grund dafür ist eine Gesundheitsgefahr, die durch Schimmel ausgeht, der sich in dem feuchten Bauwerk gebildet hat. Deshalb hat das Gesundheitsamt Besichtigungen untersagt. Der Bunker gehört dem Bund, wird aber von der Stadt verwaltet. Öffentliche Führungen bietet die Feuerwehr aber im Bunker im Weinbergstollen an.

Flughafen Berlin Tempelhof

Bei einer Führung ende 2016 konnten wir uns den großen Gebäudekomplex des ehemaligen Tempelhofer Flughafens mal genauer ansehen. Der Flughafen Tempelhof wurde 1923 eröffnet und der erste Flughafen Deutschlands. Der dazugehörige Gebäudekomplex mit Flughafenrestaurant, Besucherterrasse und einem Hotel wurde 1941 fertig gestellt und war mit seiner Fläche von ca. 307.000 m² kurze Zeit das größte zusammenhängende Gebäude der Welt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz von den US-Amerikanern übernommen, was das Gebäude noch heute sehr prägt. Ab 1948 diente der Flughafen während der Blockade West-Berlins der Versorgung der Bürger und wurde durch die Luftbrücke berühmt. Der amerikanische Pilot Gail Halvorsen wurde ebenfalls legendär durch das Abwerfen von Süßigkeiten in kleinen Fallschirmen.
Das Gebäude verfügte schon damals über ein komplett eigenes Versorgungsnetzwerk mit unterirdischer Anbindung an die U-Bahn, eigener Strom und Wasserversorgung und natürlich auch Luftschutzbunker.

Der letzte Flug startete am 30. Oktober 2008. Heute kennt man den Tempelhofer Flughafen auch unter dem Namen „Tempelhofer Freiheit“. Das große Feld mit den noch erhalten gebliebenen Bahnen steht für jedermann offen und wird zum Radfahren, Skaten, Laufen, Grillen und Chillen genutzt.

Villa Mer et Monts

Diese verlassene Villa ist eine wahre Schönheit im Süden von Frankreich.

Zu diesem Objekt ist Uns die Geschichte unbekannt. Du kennst die Story ? Dann reiche Sie ein an: support@lost-place-guide.com

Schiffswrack auf Fuerteventura

Geisterstadt Doel

Bei Geisterstädten denken viele zunächst an die verlassenen Goldgräberstädte der USA. Doch im Nachbarland Belgien gibt es ein Dorf, das seit Jahren dem Untergang geweiht ist. Fast alle Bewohner sind weg, dafür kommen nun die Schaulustigen.

Es ist still auf den Straßen von Doel. Über den Deich dringen nur die Schreie der Möwen und das ferne Dröhnen der Hafenkräne. Fenster und Türen der meisten Backsteinhäuser sind mit Holzbrettern vernagelt, die Wände über und über mit Graffitis bedeckt. Keine Autos, keine Menschen.

Plötzlich donnern zwei Reisebusse in das belgische Dorf, vorbei an der Schranke, die Doel abends abriegelt. Schüler strömen aus den Bussen, ziehen lachend und lärmend durch die Straßen des verlassenen Ortes. "Die Schüler sollen nachdenken, über den Konflikt zwischen Bewohnern und Industrie", sagt Lehrer Filip Verscheuren.

Antwerpens Hafen braucht Platz

Doel muss weg. Das ist schon lange beschlossen. Am pannengeplagten Atomkraftwerk liegt das nicht. Es ist Antwerpens Hafen, der sich immer weiter ins Land frisst. Eine gigantische neue Schleuse ist fast fertig, ein neues Dock für die Container-Riesen geplant. 

Doel ist bereits ringsum von Hafenkränen umzingelt. Das Schicksal des Dorfes am linken Ufer des Schelde-Flusses scheint besiegelt. Rund 1000 Bewohner zählte der 400 Jahre alte Ort einmal, inzwischen ist davon nur noch ein gutes Dutzend übrig. Auch die Windmühle hinter dem Deich, eine der ältesten in Flandern, wird wohl nicht bleiben.

 

Verlassener Ort lockt Untergangstouristen

Es gibt Momente, da könnte man Doel für ein ganz normales Dorf halten. Gepflegte Kieswege auf dem Friedhof neben der Kirche. Um zwölf Uhr mittags schallt das Läuten der Glocken durchs Dorf. Selbst die Straßenlaternen leuchten noch - am helllichten Tag.

Vier ganz in schwarz gekleidete Jugendliche ziehen durch die Straßen. Der eine mit der Videokamera im Anschlag, der nächste mit Smartphone und Selfie-Stick. "Wir haben im Internet von dem verlassenen Dorf gelesen, da mussten wir sofort hin", erzählt einer. Jetzt sind sie ein bisschen enttäuscht. Doel ist gar nicht so richtig verlassen, zumindest bei gutem Wetter nicht. Ein Dorf, das dem Untergang geweiht ist - die Besucher kommen in Scharen.

Manche der Graffitis sind kunstvoll gemacht. Andere sind schlicht Schmierereien. Gelbe Schilder stehen an fast jeder Kreuzung. "Doel = bewohntes Dorf" und "Respektiert die Bewohner" steht darauf. Es klingt wie eine Mahnung.

Denn das Schicksal des Dorfes lockt nicht nur Untergangs-Touristen, sondern auch Vandalen, Plünderer. Sie versuchen, nachts in die verlassenen Häuser einzusteigen, werfen Fensterscheiben ein. Wo noch keine Bretter die Öffnungen verdecken, ist das Glas zersplittert. Die Behörden täten nichts dagegen, schimpft Benjamin Vergauwen. "Mit all den zerstörten Häusern ist es viel einfacher, das Dorf abreißen zu lassen."

Doels Zeit läuft ab

Der hagere 36-Jährige mit schulterlangen Haaren hat etwas außerhalb des Dorfes ein kleines Museum aufgebaut, hat Gegenstände aus Doel gesammelt, die daran erinnern sollen, wie es war, als hier noch Leben herrschte. Steinkrüge, Gläser, Stühle, Lampen, Bücher und Landkarten, ein alter Nachttopf. Vergauwens Schuppen ist voll davon. "Kleine Dinge erzählen große Geschichten", sagt er.

Saladi Beach Hotel - Griechenland

In einem Artikel von “Der Spiegel” Ausgabe 1. Oktober 1984 ist zu erfahren, dass das Saladi Beach Hotel ein Hotel für Nudisten war. Unter dem Druck der Kirche musste es schließen.

Auch Deutsche Touristen machten hier Urlaub – und wurden im Sommer 1980 von einer “Meute sittenstrenger Griechen” aufgemischt. Wohl auf Druck eines Bischofs, musste das Hotel schließen. Und der Eigentümer machte einen riesigen Verlust. Warum er das schöne Hotel nicht fortan einfach bekleideten Gästen zur Verfügung stellte, bleibt für uns ein Rätsel.

Seitdem verfällt die Anlage. Und so wie es aussieht ist auch viel weggekommen. So fehlen alle Badewannen, die meisten Möbel. Bei über 300 Betten, die das Hotel einst hatte, muss nun jedes Dorf eine Badewanne aus dem Hotel besitzen.

Gefängnis Kaßberg

Öffnungszeiten:

Montag12:00–16:00

Dienstag12:00–16:00

Mittwoch12:00–16:00

Donnerstag12:00–16:00

Freitag12:00–16:00

 

Samstag Geschlossen

SonntagGeschlossen

 

Zur Bauweise

Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts ließ das Königreich Sachsen am östlichen Rand des bürgerlich geprägten Chemnitzer Kaßbergs einen neuen Justizkomplex errichten, zu dem neben den repräsentativen Gebäuden der Staatsanwaltschaft sowie des Land- und Amtsgerichts eine Gefangenenanstalt gehörte. Letztere, ein 1876/77 erbauter, mit sandsteinernen Fenster- und Türrahmungen sowie geschwungenen Gesimsen verzierter Putzbau, lehnt sich in seiner baulichen Ausgestaltung stark an die damals modernen Maßstäbe viktorianischer Gefängnisarchitektur an: Konzipiert nach dem panoptischen Prinzip erhebt sich die Haftanstalt über einen kreuzförmigen Grundriss. Sie besteht aus einem zentralen Mittelbau, der Rotunde, welche den Verwaltungstrakt mit den drei in Galeriebauweise errichteten Zellenflügeln (A-, B- und C-Flügel) verbindet.

Die Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945

Von 1933 bis 1945 diente das in jener Zeit um einen vierten Zellentrakt (D-Flügel, Baubeginn 1938) erweiterte Untersuchungs- und Strafgefängnis – ähnlich den Haftanstalten in Hoheneck (Stollberg) und Bautzen – den Nationalsozialisten zur Inhaftierung zahlloser Menschen. In den 184 Zellen der 1936 in ,,Untersuchungsgefängnis Chemnitz” umbenannten Gefangenenanstalt saßen neben „gewöhnlichen Kriminellen“ vor allem: politische Häftlinge der Justiz sowie von der Gestapo verhaftete Kommunisten, Sozialdemokraten, Zeugen Jehovas und andere aus der ,,Volksgemeinschaft” ausgegrenzte Personen, darunter Homosexuelle und als „asozial“ Stigmatisierte (Bettler, sog. ,,Arbeitsverweigerer“, Prostituierte). Für viele Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrscher bildete das Kaßberg-Gefängnis eine der ersten Stationen auf einem langen Leidensweg, der nicht wenige von ihnen in die „Hölle der Konzentrationslager“ führte. Eine zentrale Rolle spielte die Haftanstalt auf dem Kaßberg bei der Entrechtung und Verfolgung Chemnitzer Juden: Im November 1938 hielt die Gestapo hier unter menschenunwürdigen Bedingungen 14 jüdische Männer für mehrere Wochen fest, die sie in der Reichspogromnacht mit 172 weiteren, wenig später in das KZ Buchenwald verschleppten Opfern, in Schutzhaft genommen hatte.

Da das Gefängnis einer der zentralen Tatorte für die Entrechtung der jüdischen Bevölkerung in Chemnitz war und die nationalsozialistischen Gewaltherrscher vom Kaßberg aus hunderte Menschen in die Konzentrationslager deportierten, konzipierte der Verein gemeinsam mit der Berliner Agentur „Culture and more“ eine Ausstellung über die Verfolgung und Kriminalisierung Chemnitzer Juden. Diese beschreibt den Übergang von der Diskriminierung der jüdischen Chemnitzerinnen und Chemnitzer zur rassenideologischen Verfolgung. Die Ausstellung zeigt der Verein fortwährend im ehem. Kaßberg-Gefängnis, damit sie von jedem Besucher im Rahmen einer Führung angesehen werden kann.

Das NKWD-Gefängnis 1945-1952

Nach der Befreiung Deutschlands im Mai 1945 übernahm der sowjetische Geheimdienst NKWD (Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten) bzw. das sowjetische Ministerium für Staatssicherheit (MGB) das Kaßberg-Gefängnis. Neben NS-Verbrechern, darunter Angehörige des Chemnitzer Polizeibataillons 304, welches in den Jahren 1940 bis 1944 aktiv am Holocaust in Osteuropa beteiligt war, gehörten zu den Untersuchungsgefangenen Menschen, die sich, einerseits aus liberaler politischer Überzeugung heraus dem neu entstehenden kommunistischen System widersetzten sowie andererseits jene, die unschuldig Opfer von Denunziation und politischer Willkür wurden. Das betraf zahlreiche Jugendliche, die sich dem haltlosen Verdacht ausgesetzt sahen, Mitglieder der – vermeintlichen – NS Partisanenorganisation ,,Werwolf“ gewesen zu sein. Zudem kamen Personen aus dem Umfeld des Bergbauunternehmens SAG Wismut in das Kaßberg-Gefängnis. Sie wurden der Spionage oder Sabotage bezichtigt. Viele Inhaftierte verurteilte ein in der Nähe der Haftanstalt tagendes Sowjetisches Militärtribunal (SMT) in rechtsstaatswidrigen Schnellverfahren zu drakonischen Haftstrafen (20-25 Jahre) oder gar zum Tode. Vom Kaßberg aus wurden die Betroffenen in eines der sowjetischen Speziallager (u. a. nach Bautzen und Mühlberg an der Elbe) oder zur Vollstreckung des Todesurteils in das Moskauer Butyrka-Gefängnis verbracht.

 Untersuchungshaft des MfS 1952-1989/90

Nach der Übergabe an die DDR-Behörden 1952 diente der Gefängnisbau sowohl dem Ministerium des Innern (D-Flügel) als auch der DDR-Geheimpolizei als Haftstätte. Im A-, B- und C-Flügel sperrte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) tausende politische Verfolgte ein, darunter z. B. Menschen, die der SED-Herrschaft kritisch gegenüberstanden oder versucht hatten, die Grenzen der DDR zu überwinden. Die für die geheimpolizeiliche Absicherung der sowjetischen Uranförderung im Wismutgebiet zuständige MfS-Objektverwaltung ,,Wismut“ (OV W) richtete – anknüpfend an die entsprechende Verwendung des Kaßberg-Gefängnisses in der NKWD-Zeit – eine eigene Untersuchungsabteilung in der Haftanstalt ein. Im Jahr 1989 verfügte der vom MfS genutzte Gefängnisteil über 163 Zellen, in denen 329 Häftlinge untergebracht werden konnten. In der statistischen Momentaufnahme war es möglich, rund ein Fünftel aller Untersuchungshäftlinge des MfS auf dem Kaßberg zu internieren.

Der deutsch-deutsche Häftlingsfreikauf 1963-1989

Als größte der insgesamt 17 Untersuchungshaftanstalten der ostdeutschen Geheimpolizei kam dem Gefängnis in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) seit Mitte der 1960er Jahre eine besondere Funktion zu: Es wurde zur zentralen Drehscheibe des deutsch-deutschen Häftlingsfreikaufs. Zwischen 1963 und 1989 erwirkte die Regierung der Bundesrepublik Deutschland die Freilassung von mehr als 33.000 politischen Häftlingen aus den Gefängnissen der DDR. Im Gegenzug erhielt der „Arbeiter-und Bauern-Staat“ Warenlieferungen im Wert von rund drei Milliarden D-Mark. Annähernd 90 Prozent aller für dieses ,,Tauschgeschäft“ auserwählten Gefangenen ließ das MfS aus den verschiedenen Strafvollzugseinrichtungen in den B-Block auf den Kaßberg verlegen. Der B-Block wurde im MfS-Jargon als „Päppelanstalt“ bezeichnet, die Gefangenen verwendeten den Begriff „Vogelkäfig“, da der zentrale DDR-Unterhändler und Rechtsanwalt Wolfgang Vogel hieß. Nach einem mehrwöchigen Aufenthalt im B-Trakt wurden sie in Sammeltransporten über den innerdeutschen Grenzübergang Wartha/Herleshausen in das Notaufnahmelager Gießen gebracht. Nach einer langen Odyssee begann das Leben in Freiheit.

Die Zeit nach 1990

Nach dem Zusammenbruch der SED-Diktatur übernahm der Freistaat Sachsen die Gefängnisanlage. Er betrieb sie nach Modernisierungsmaßnahmen bis Ende 2010 als Justizvollzugsanstalt. Als erste Planungen zum Verkauf der Liegenschaft anliefen, erfolgte ein breiter erinnerungspolitischer Diskurs über den künftigen Umgang mit dem geschichtsträchtigen Gefängnisbau. Begleitet von großem medialem Interesse gründeten engagierte Bürgerinnen und Bürger im November 2011 den Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e.V. Dieser setzt sich mit Unterstützung der Stiftung Sächsische Gedenkstätten dafür ein, in würdiger Weise am historisch authentischen Ort an das Leid all jener zu erinnern, denen auf dem Kaßberg unter den nationalsozialistischen Gewaltherrschern sowie in den Jahren der kommunistischen Diktatur größtes Unrecht widerfahren ist. Jede Epoche steht dabei für sich. Von Anfang an war es Ziel des Vereins, in einem Teil des ehemaligen Haftgebäudes eine Gedenkstätte zu errichten und zu betreiben.

(Der Großteil des Textes basiert auf einer Zusammenfassung von Christian Lieberwirth)

Quelle: https://gedenkort-kassberg.de/geschichte/

Grand Hotel Waldlust

Das ehemalige Grandhotel "Waldlust" in Freudenstadt ist einer der "Lost Places", über die das Magazin "Galileo" und die "Landesschau BW" berichtet hat. Die vom Denkmalverein Freudenstadt unterstützte filmische Stippvisite erzälte von der ruhmreichen Geschichte des Hotels, warf aber auch einen augenzwinkernden Blick auf die dunklen Geheimnisse der Waldlust. Geisterjäger haben dort bekanntlich auf Spuk-Ereignisse gelauert, die sich seit den 1960-er Jahren im Hotel zutragen haben sollen. Wer den spannend aufbereiteten, mit Spielszenen und Kameraflügen aufgepeppten Filmreport verpasst hat, kann ihn sich nachträglich in der Mediathek der Sender anschauen.

Der Verein für Kulturdenkmale Freudenstadt bietet "Lost Place"-Fototermine an. Diese richten sich an Personen (Urban Explorer u.a.) , die gerne in verlassenen historischen Gebäuden unterwegs sind und die Eindrücke mit der Kamera festhalten möchten.  Das Fotografieren ist im ganzen Haus erlaubt.

Teilnahmebedingungen Die Teilnahme an der Fototour erfolgt auf eigenes Risiko, der Denkmalverein kann keine Haftung für Schäden jeglicher Art übernehmen (Haftungsausschluss). Aktfotografie und Nude-Art-Aufnahmen ist  nicht gestattet. Eine kommerzielle Verwendung der in diesem Rahmen aufgenommenen Bilder ist nicht erlaubt.

Das Haus verfügt über 2 Toiletten mit Wasserspülung, in der Saaletage ist elektrischer Strom verfügbar. Die Saaletage ist leicht beheizt. 

Es wird ein Unkostenbeitrag erhoben welcher sich an der Anzahl der gemeldeten Personen und der gebuchten Zeitdauer orientiert.

Der Denkmalerhaltungsbeitrag für die Fototour beträgt 35€/Person. Der Erlös fließt in den Erhalt des denkmalgeschützten ehemaligen Grandhotels.

Eine Anmeldung ist erforderlich.

Anmeldeschluss ist ein Tag vor der jeweiligen Veranstaltung sofern noch freie Plätze verfügbar sind.

Treffpunkt ist jeweils um 11 Uhr am Hoteleingang.

Castello di Rovasenda

 Italien

Durch Erbstreitigkeiten konnte der Graf die alte Burg nicht erben und erbaute im 20. Jahrhundert nur 200 Meter entfernt eine neue Burg, die optisch identisch, aber noch prächtiger ausfiel. Sie wurde zwischen 1901 und 1904  exakt im mittelalterlichen Stil erbaut, mit Türmen, Gräben, Zugbrücke und Aussichtsposten.  Seit 1955 ist sie unbewohnt und dem Verfall preisgegeben. Die Säle im Erdgeschoss, mit prächtigen Kassettendecken und gigantischen Kaminen,  ein Traum.

 

Im Jahr 1170 begann Alberto Rovasenda mit dem Bau des Schlosses Rovasenda (Castello di Rovasenda), das er von einem breiten Graben umgeben haben wollte. Das aus rein defensiven Gründen erbaute Schloss hatte im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Funktionen, bis es zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert schließlich zu einem edlen Haus wurde. Zwischen dem Ende des 14. Jahrhunderts und dem Beginn des 15. Jahrhunderts begannen die Savoyer ihren Versuch, die Familie Rovasenda zu unterwerfen, die nach vielen Kriegen 1413 Vasallen wurde. 1459, heute 48 Meter hoch und siebenstöckig Der Turm wurde zu den Arbeiten von Alberto di Rovasenda hinzugefügt. Während der Renaissance wurde ein neuer Flügel errichtet, der mit Fresken, lakunaren Decken und breiten Bögen verziert ist. 1667, während des Krieges zwischen den Spaniern und den Savoyen, wurde die Burg schwer beschädigt.

Salzmann Fabrik Kassel

Die Firma beschäftigt 550 Menschen in drei Betrieben.

1971

 

Produktion und Vertrieb werden in Bettenhausen eingestellt, die 200 verbleibenden Mitarbeiter werden von den Firmen Fries KG u. Brandt & Co. übernommen, das Gelände in Bettenhausen wird an eine Münchner Immobilienfirma verkauft.

Hospital Erbprinztanne

Klinik

Die Lungenheilanstalt Erbprinzentanne, in der Verwaltung der LVA Hannover als EPT bezeichnet, diente nach dem Krieg der Isolierung und Behandlung von an Lungentuberkulose erkrankten Männern. Nachdem in den 1960er Jahren die Fälle von Lungentuberkulose seltener geworden waren, wurde die Versorgung im Verantwortungsbereich der LVA Hannover durch die Kliniken Am Hasenbach und Diekholzen abgedeckt und Erbprinzentanne als Rehaklinik weitergeführt.

Seitdem diese im August 2011 in das neue Rehazentrum Oberharz am Schwarzenbacher Teich umgezogen ist, steht das Gebäude leer. Im September 2012 gab es ein Kaufinteresse seitens einer chinesischen Investorengruppe, welche ein Zentrum für traditionelle chinesische Medizin errichten wollte. Diese Pläne werden weiter verfolgt; der Kauf ist zwischenzeitlich getätigt und die Gebäude sollen demnächst in der Außenansicht eine eher chinesisch wirkende Gestaltung erhalten.

Kirche Vitzenburg

Eine Top Location für jeden 

Fotografen.

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Braunkohlekraftwerk Vockerode

Bei wiederrechtlichem Betreten ruft der Eigentümer die Polizei....

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Geschichte

Vockerode war fast 60 Jahre lang Kraftwerksstandort. Die über Jahrzehnte prägenden vier großen Schornsteine des inzwischen stillgelegten Braunkohlekraftwerkes wurden im Jahr 2001 gesprengt.

Das erste Halbwerk des Braunkohlekraftwerkes (6 × 35 MW) wurde von 1937 bis 1940 errichtet. Ab 1943 wurde vom Kraftwerk Vockerode nach Berlin das erste HGÜ-Kabel verlegt, das aber aufgrund der Kriegsereignisse nie in Betrieb ging (Elbe-Projekt). Die für den Stromrichter errichtete Halle wurde nach der Demontage zu einem Werkstattgebäude umgebaut und steht noch heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Anlagen und Ausrüstungen des Kraftwerkes 1945 bis 1947 als Reparationsleistung an die Sowjetunion demontiert. Von 1953 bis 1959 wurde das Kraftwerk wieder aufgebaut und um ein zweites Halbwerk (12 × 32 MW) im Westen und mit Hochbunkern im Norden erweitert. Die sukzessive Wiederinbetriebnahme fand ab dem 10. Oktober 1954 mit dem ersten Probebetrieb nach Demontage und Erweiterung statt.

Bei Nebel streifte am 22. Juli 1960 ein Militärflugzeug der Nationalen Volksarmee vom Typ Iljuschin Il-14 einen der Schornsteine des Kraftwerks und stürzte ab. Die sechs Insassen sowie ein Arbeiter kamen ums Leben.

Die Stadt Dessau wurde ab 1968 über eine 15 km lange Leitung mit Fernwärme versorgt. Im Jahr 1971 wurde südlich der heutigen Landesstraße 133 ein Gasturbinen-Kraftwerk als Spitzenlast-Kraftwerk (6 × 27 MW) errichtet. Von 1972 bis 1974 wurde eine 64 ha große Gewächshausanlage zum Anbau von Tomaten und Gurken gebaut. Die Wärmeversorgung erfolgte durch das Braunkohlekraftwerk.

Ab 1991 wurden die Gewächshausanlagen stillgelegt und 1997 abgerissen, die Stilllegung des Braunkohlekraftwerkes folgte 1994. Im Sommer 1998 fand die Landesausstellung Mittendrin in den zwölf Kesseln des Kraftwerkes statt. Im gleichen Jahr war auch das Gasturbinenkraftwerk letztmals in Betrieb. Am 22. September 2001 wurden die vier 140 m hohen Schornsteine des Braunkohlekraftwerkes gesprengt. Im Jahr 2005 wurden die Öltanks des Gasturbinenkraftwerkes demontiert. Die verbliebenen beiden Schornsteine des Gaskraftwerkes wurden am 18. September 2013 gesprengt.

Hotel Haludovo - Kroatien 

Das HALUDOVO, oder wo Tito die Puppen tanzen ließ...

Die Geschichte vom Aufstieg und Fall der einstigen Luxusherberge Nummer 1 auf der kroatischen Insel Krk hat einen roten Faden. Es geht um Sex und Glücksspiel, um Schauspieler und Diktatoren, um Macht und Millionen, kurz, um ein in Beton gegossenes Unsittenbild mit Promifaktor. Und heute ist das Hotel Haludovo selbst ein Star.

Im Internet wird es als „beliebteste Ruine Kroatiens“ gepriesen und in TV-Berichten gar als „Europas bekanntester Lost Place“. Der Star unter den verfallenen Orten befindet sich in einer abgeschiedenen Bucht außerhalb des Urlaubsortes Malinska an der Westküste der Insel Krk. Die ebenso malerische wie einsame Lage ist kein Zufall. Das Hotel wurde 1972 für Gäste eröffnet, die unter ihresgleichen sein wollten. 45 Millionen Dollar hatte Bob Guccione (1930–2010), Gründer und Herausgeber des US-Männermagazins Penthouse, in die Errichtung investiert. Der „Penthouse Adriatic Club“, wie die Anlage zunächst hieß, hatte mehr als 500 Zimmer beziehungsweise Apartments und bot dem werten Publikum zusätzlich zum Strand vor der Haustür allerlei weitere Annehmlichkeiten: Wellnessbereich, Indoor- und Outdoorpools, Disko, Bowlingbahn, Minigolfanlage, Tennisplätze sowie mehrere Bars innen und außen. Herzstück des Hauses war ein Casino mit 70 ausschließlich weiblichen Croupiers und Hostessen aus den USA. Die Damen in den neckischen Kostümchen waren „Penthouse Pets“ (also „Haustiere“!). Mit einschlägigen Fotos seiner Mitarbeiterinnen, die Guccione als gelernter Aktfotograf gerne höchstpersönlich anfertigte, warb er in den USA für die Dependance auf Krk als neues Las Vegas. Das Konzept ging in den ersten Monaten nach der Eröffnung voll auf. Überwiegend männliche Gäste aus aller Welt feierten im „Penthouse Adriatic Club“ rauschende Feste. Wenn es besonders wild zuging, wurden pro Tag bis zu 100 Kilo Hummer, 5 Kilo Kaviar und Hunderte Flaschen Champagner und Whiskey vernichtet.
Das spülte ordentlich Devisen in die Kassen des sozialistischen Staates Jugoslawien, der Guccione den Schauplatz der dekadenten Orgien öffentlich als Beitrag zum Weltfrieden preisen ließ. Schon zu Beginn des Jahres 1973 – nicht einmal ein Jahr nach der Eröffnung – zog sich Guccione aus dem Projekt zurück. Das Ruder übernahm ein arbeiterverwalteter Staatsbetrieb, der Erotik-Unternehmer blieb am Gewinn beteiligt.

Aus dem „Penthouse Adriatic Club“ wurde ein normales Luxushotel, das man, um mehr Touristen anzuziehen, in zwei Häuser unterschiedlicher Kategorien teilte: in das Haludovo Palace mit fünf und in das Tamaris mit vier Sternen. Das Geschäft lief gut. Und weil sich das mondäne Ambiente – abgesehen von der Abwesenheit der „Penthouse Pets“ – nicht geändert hatte, schauten in den folgenden Jahren immer wieder Promis vorbei. Der irakische Diktator Saddam Hussein (1937–2006) nutzte die Größe der Anlage, um bei einem Staatsbesuch mit sage und schreibe 250 Begleitern im Haludovo einzuchecken. Angeblich soll man für ihn einen ganzen Pool mit Champagner gefüllt haben.

Das Geschäft lief bis zum Ausbruch des kroatischen Freiheitskampfes 1991. Die Zwangspause, in der das Gebäude als Flüchtlingsunterkunft diente, war dann der Anfang vom Ende der Urlaubsdestination für die Reichen und Schönen. Zwar wurde der Betrieb nach Kriegsende 1995 privatisiert und unter dem Namen Hotel Haludovo neu eröffnet, doch alle Versuche, an den Glanz von einst anzuschließen, scheiterten. Die Eigentümer wechselten rasch, Geld für die dringend notwendige Modernisierung der Anlage nahm keiner von ihnen in die Hand. Im Dezember 2001 checkten die letzten Gäste aus, 2002 folgte im Rahmen eines Abverkaufs ein Großteil des Inventars. Bis auf mehrere nie verwirklichte Pläne, die von einer Renovierung bis zum Abriss reichten, ist es seither ruhig um das Haludovo. Offiziell zumindest.

 

Eingereicht und geschrieben vom Nutzer: Falke

KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte

Das Außenlager Ellrich-Juliushütte war ein vom 2. Mai 1944 bis zum 6. April 1945 bestehendes Außenlager für durchschnittlich 8000 männliche KZ-Häftlinge. Zunächst unterstand es dem KZ Buchenwald und ab 1. November 1944 dem KZ Mittelbau. Es befand sich bei Ellrich auf den Firmenarealen von stillgelegten Gipsfabriken, wie die Juliushütte. Dieses größte Außenlager des KZ Mittelbau wurde seitens der Lager-SS zunächst unter dem Decknamen „Erich“ geführt, ab Juni 1944 wurde es als „Mittelbau II“ bezeichnet. Ein weiteres Außenlager des KZ Mittelbau, das Außenlager Ellrich-Bürgergarten, befand sich in der Stadt Ellrich in der ehemaligen Gaststätte Bürgergarten.

 

Funktion des Lagers und Häftlinge

Für die Errichtung des Außenlagers Ellrich-Juliushütte wurden im April 1944 von SS-Angehörigen und Mitarbeitern der Wifo leerstehende Gebäude der Gipsfabriken Julius Bergmann (Juliushütte) und Kohlmann und ein Teil des Betriebsgeländes der Firma Euling & Mack beschlagnahmen. Die Gebäude der in den 1930er Jahren stillgelegten Fabriken waren heruntergekommen und zum Teil verfallen. Das Areal des Außenlagers lag auf dem Gebiet des zu Preußen gehörigen Ellrich und reichte auch auf die Gemarkung des damals braunschweigischen, heute niedersächsischen Walkenried, dicht südlich der Eisenbahnlinie Herzberg – Nordhausen. Es war durch einen Elektrozaun und Wachtürme gesichert. Auf dem Gelände befindet sich mittig der Kleine Pontelteich als wassergefüllter Erdfall. Am 2. Mai 1944 trafen die ersten 300 Häftlinge aus dem Außenlager „Gut Bischofferode“ (Anna) ein. Die Häftlinge wurden in den leer stehenden Fabrikgebäuden untergebracht. Sie errichteten später auf dem Gelände mehrere Holzbaracken und einen großen Backsteinbau als Küchentrakt. Das Lager wurden von den Häftlingen als unteres Lager als Abgrenzung zum oberen Lager in Form des in Ellrich liegenden KZ-Außenlagers Ellrich-Bürgergarten.

Die Häftlinge waren größtenteils russischer, polnischer und französischer Herkunft. Sie waren bei den Bauvorhaben der SS-Führungsstäbe B 3a im Himmelberg sowie auch beim unterirdischen Stollenausbau im Kohnstein bei der Mittelwerk GmbH (B11 und B 12 bei Woffleben) eingesetzt. Dabei mussten sie in 13-stündigen Schichten Schwerstarbeit verrichten bei nur fünfstündiger Schlafzeit. KZ-Häftlingskleidung war nicht in ausreichendem Maß vorhanden und wurde teils monatelang nicht gewaschen. Wegen fehlender Bekleidung gab eine Häftlingskategorie Ohne Kleider, deren Angehörige nackt in ihren Schlafgelegenheiten verbleiben mussten. Zudem wurde das Krankenrevier erst Wochen nach Einrichtung des Außenlagers in viel zu kleinen Räumlichkeiten und mangelhafter Ausstattung eingerichtet. Aufgrund der inhumanen Lebens- und Arbeitsbedingungen starben bis zur Evakuierung des Außenlager Ellrich-Juliushütte über 4000 Häftlinge. Die Leichen wurden anfangs ins Hauptlager Mittelbau-Dora verbracht und im dortigen Krematorium verbrannt. Aufgrund der immensen Zunahme der Todesfälle im Winter 1944/1945 nahm zur Entsorgung der Leichen Anfang März 1945 ein neu errichtetes Krematorium im KZ Ellrich-Juliushütte den Betrieb auf. Dabei wurden bis Anfang April über 1000 verstorbene Häftlinge, von denen 830 namentlich bekannt sind, im Krematorium und auf Scheiterhaufen verbrannt.

Nach dem Kriegsende erstellte die Polnische Kommission zur Ermittlung von Kriegsverbrechen im Sommer 1945 eine Liste nach Anzahl und Nationalität der Häftlinge für das Stammlager des KZ Mittelbau sowie der größten Außenlager.

 

Lagerführung

 

Lagerführer war zunächst SS-Untersturmführer Hans Joachim Ritz, und anschließend von August bis wahrscheinlich September 1944 der SS-Untersturmführer Karl Fritzsch. Danach war bis zur Evakuierung des Lagers SS-Hauptsturmführer Wilhelm Stötzler Lagerführer und von Oktober 1944 bis April 1945 der SS-Hauptscharführer Otto Brinkmann Schutzhaftlagerführer. Von den Häftlingen wurde Brinkmann, der im Nordhausen-Hauptprozess zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, als „Schrecken vom Lager“ bezeichnet. Lagerarzt war Günther Schneemann.

Zur Bewachung waren Soldaten eines Luftwaffen-Wachbataillons eingesetzt, die außerhalb des eingezäunten Bereichs ihren Dienst versahen und auch die Arbeitskommando bewachten. Am 1. September 1944 wurde das Wachpersonal formal in die SS übernommen. Es war westlich des Lagers in Gebäuden der Siedlung Juliushütte und in drei dort neu errichteten Holzbaracken untergebracht. Die Stärke der Wachmannschaft ist nicht überliefert. Sie wird gemeinsam mit dem im Ellricher Burgbergrestaurant untergebrachten Wachpersonal des Außenlagers Ellrich-Bürgergarten auf fast 1000 Soldaten geschätzt.

 

Endphase des Lagers

us dem mit Räumungstransporten aus dem KZ Auschwitz und dem KZ Groß-Rosen vollkommen überfüllten Außenlager Ellrich-Juliushütte wurden ebenso wie aus dem KZ-Außenlager Boelcke-Kaserne Anfang März 1945 nicht mehr arbeitsfähige kranke Häftlinge in das KZ Bergen-Belsen überstellt.

Vom 4. bis zum 6. April 1945 wurde das Außenlager geräumt, bevor amerikanische Truppen Ellrich am 12. April 1945 erreicht hatten. Von den 7000 evakuierten Häftlingen wurden 4000 in das KZ Bergen-Belsen transportiert und 3000 in das Außenlager Heinkel-Werke des KZ Sachsenhausen. Das KZ Bergen-Belsen wurde am 15. April 1945 befreit. Die anderen Häftlinge mussten zwischen dem 20. und 21. April 1945 von Sachsenhausen aus noch einen Todesmarsch in Richtung Norden antreten. Von den insgesamt 12.000 Häftlingen, die das Lager zwischen Mai 1944 und April 1945 durchlaufen haben, kamen rund 4000 ums Leben.

Maheu-Bericht

Der promovierte Zahnarzt René Maheu (1899–1980) wurde am 27. Dezember 1943 von der Gestapo in Rennes verhaftet und am 27. Januar 1944 in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Nach einer Quarantänezeit von sechs Wochen wurde im Lager nach Zahnärzten gefragt. Nach einer Prüfung in der Buchenwalder Zahnstation wurde er akzeptiert und zwei Tage später nach Ellrich überstellt. Er schildert in seinem Bericht die unterschiedliche Erlebniswelt der sogenannten „Prominenten“, der Funktionshäftlinge, im Gegensatz zum Erleben der gewöhnlichen Gefangenen. Im Februar 1944 wegen mangelnder Unterwürfigkeit einem Arbeitskommando zugestellt, überlebte er die Evakuierung ins KZ Bergen-Belsen, wo er am 15. April 1945 befreit wurde.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende war das Lager durch die innerdeutsche Grenze geteilt. Ellrich entwickelte sich zu einem Durchgangsort des illegalen Übertritts von Ost nach West über die Zonengrenze, da die Bahn bis kurz vor die Demarkationslinie fuhr. Durch das frühere Lagerareal führte ein Schleichpfad nach Walkenried. In der Nähe des früheren Lagers ermordete der Serienmörder Rudolf Pleil 1946 eine junge Frau beim Schleusen über die Grenze.

Casa de John Barry Mallorca

Die einzigartige Casa de John Barry auf Mallorca, des Komponisten einiger James Bond 007 Songtitle. Das Anwesen wurde nie vollendet. John Barry verstarb 2011. Seit diesem Tage hat sich hier nichts verändert.

 

Das Betreten ist auf der linken Seite des Geländes möglich, jedoch nicht erlaubt.

Hier im Video!

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